Wir laden ein zum POLKE SALON 13: Wir Kleinbürger! Zeitgenossen und Zeitgenossinnen
Petra Lange-Berndt (Professorin für Kunstgeschichte, Universität Hamburg) im Gespräch mit Astrid Heibach (Künstlerin und Filmemacherin, Köln) über Sigmar Polkes intermediale und audiovisuelle Ausstellungspraxis in Bern (Galerie Toni Gerber, 1976/77) und in Hamburg (Hamburger Kunsthalle, 2009/10)
Donnerstag, 30.10.2025, 19 Uhr
Anna Polke-Stiftung
Domstraße 60, 50668 Köln
Petra Lange-Berndt hat zusammen mit Dietmar Rübel und Dorothee Böhm die Ausstellung Sigmar Polke: Wir Kleinbürger. Zeitgenossen und Zeitgenossinnen. Die 1970er Jahre in der Hamburger Kunsthalle, 2009/10 kuratiert, die Polkes vorher weniger beachtetes Schaffen der 1970er und dessen Entstehungsprozesse beleuchtete. Astrid Heibach war als Künstlerin an verschiedenen Ausstellungen der 1970er Jahre beteiligt und bearbeitete für die Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle mit Sigmar Polke dessen 16mm-Filme.
Als Vorgeschmack auf das Gespräch im folgenden ein Auszug aus einem Text von Petra Lange-Berndt & Dietmar Rübel über die titelgebende Werkgruppe von Sigmar Polke:
[...] [I]n der Kleinbürger-Serie [steht] die malerische Reaktion auf eine medial vermittelte Welt im Mittelpunkt. Es geht um die Auseinandersetzung mit externen Bildern, ein affektiv wirkendes Panorama, in dem Polke die visuellen Kaskaden der Massenmedien in immer neue Kreuzungen und Verkettungen auf Papier überführt. Schon die Titel der einzelnen Arbeiten markieren diese besondere Mischung: Es finden sich alltägliche Erlebnisse Supermarkets und Menschenmenge, ferne Länder, Ägyptischer Sternenhimmel und Neu Guinea, Wunschbilder in Schweineschlachten und Baumhaus, das Spiel mit der Wahrnehmung in Pille und Can you always believe your eyes? sowie Demonstranten und Terroristen in Giornico und Kandinsdingsda. Der Zyklus wimmelt von Superhelden, weiblichen Gottheiten sowie politischen Szenerien, deren Motive sich gesteigert durch Farbexperimente zu einem Tableau populärer Bildwelten verdichten.