Polke Post 30 - Artistic Research-Projekt: Nachstellung. Man sollte eine Gruppe gründen

POLKE POST 30: Nachstellung. Man sollte eine Gruppe gründen

Postkarten, links: Konrad Fischer, Gerhard Richter, Sigmar Polke vor der Galerie Parnass, Wuppertal, Februar 1964, rechts: KONSORTIUM, Nachstellung, Wuppertal, 2025 | © ZADIK, Bestand A5 Galerie Parnass, Foto: Rolf Jährling / KONSORTIUM

­NACHSTELLUNG. Man sollte eine Gruppe gründen
KONSORTIUM (Lars Breuer, Sebastian Freytag, Guido Münch)

Von der Heydt-Museum, Wuppertal
7.6.–6.7.2025

Ein Projekt der Anna Polke-Stiftung mit dem Von der Heydt-Museum 
 


„Man sollte eine Gruppe gründen“ forderte Konrad Lueg 1963 in einem Aufruf an seine Kommiliton:innen an der Kunstakademie Düsseldorf. Kurz darauf organisierte er mit Manfred Kuttner, Sigmar Polke und Gerhard Richter eine Ausstellung in einem leerstehenden Ladenlokal – der Auftakt zu mehreren gemeinsamen Aktionen. Im Februar 1964 fuhren die vier Künstler mit einer Auswahl ihrer Werke von der Kunstakademie zur renommierten Galerie Parnass in Wuppertal. Im Vorgarten der Villa richteten sie eine Präsentation für den Galeristen Rolf Jährling ein, stellten ihre Bilder in den Schnee, lehnten sie an Gartenzäune und Mauervorsprünge oder hängten sie an Büsche und Bäume. Lueg, Polke und Richter wurden im selben Jahr zur Gruppenausstellung eingeladen (Neue Realisten, Galerie Parnass, Wuppertal, 1964/65). Bald darauf trennten sich die Wege der Vier, deren Karrieren höchst unterschiedlich verliefen.
 
In einer für das Von der Heydt-Museum konzipierten filmischen Installation untersucht die Künstlergruppe KONSORTIUM die unkonventionelle Aktion, die als Vorgartenausstellung in die Kunstgeschichte einging. Anhand historischer Fotos und Dokumente zur Galerie Parnass aus den Archiven des ZADIK und der Künstlernachlässe, rekonstruierte die Gruppe die legendär gewordene Aktion, spürt der Rezeptionsgeschichte nach und befasst sich dabei gleichzeitig mit Themen, die Kunstschaffende damals und heute umtreiben: Kooperation und Konkurrenz, Karrierestrategien, individuelle Lebensumstände, Interessen und Entscheidungen und die Mechanismen des Kunstbetriebs. 
KONSORTIUM spannt einen Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, der verdeutlicht, welche Faktoren auf künstlerisches Arbeiten und die Kunstgeschichte einwirken.  


KONSORTIUM wurde 2004 als Ausstellungsraum in Düsseldorf gegründet. Seit 2008 arbeiten die drei Künstler Lars Breuer (*1974, lebt in Köln), Sebastian Freytag (*1978, lebt in Köln), Guido Münch (*1966, lebt in Düsseldorf) unter dem Namen KONSORTIUM als Künstlerkollektiv. 
 
Die Ausstellung wurde von der Anna Polke-Stiftung initiiert und mit dem Von der Heydt-Museum organisiert. Begleitet wird das Projekt von einer Kooperation mit dem ZADIK | Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung und einer Lehrveranstaltung an der Universität zu Köln. 
 

Weitere Termine: 

11.6.2025, 18 Uhr
"(Der) Kunstgeschichte nachstellen. Künstlerisches und wissenschaftliches Arbeiten mit historischen Dokumenten"
Impulsvortrag und Gespräch mit KONSORTIUM, Nadine Oberste-Hetbleck und Brigitte Jacobs van Renswou (beide ZADIK), Nelly Gawellek (Anna Polke-Stiftung)
Von der Heydt-Museum, Wuppertal

5.7.2025, 11–18 Uhr
Finissage im Rahmen des Sommerfests
Workshop für Kinder und Vermittlungsprogramm für alle Altersgruppen, konzipiert von Studierenden der Universität zu Köln
Von der Heydt-Museum, Wuppertal


Von 11.7.–3.10.2025 zeigt das ZADIK eine Variation der Ausstellung in seinen Archivräumen. 

Eröffnung: 10.7.2025, 19 Uhr
ZADIK | Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung
Im Mediapark 7, 50670 Köln