Kurz darauf organisierte er mit Manfred Kuttner, Sigmar Polke und Gerhard Richter eine Ausstellung in einem leerstehenden Ladenlokal – der Auftakt zu mehreren gemeinsamen Aktionen. Im Februar 1964 fuhren die vier Künstler mit einer Auswahl ihrer Werke von der Kunstakademie zur renommierten Galerie Parnass in Wuppertal. Im Vorgarten richteten sie eine Präsentation für den Galeristen Rolf Jährling ein, stellten ihre Bilder in den Schnee, lehnten sie an Gartenzäune und Mauervorsprünge oder hängten sie an Büsche und Bäume. Lueg, Polke und Richter wurden im selben Jahr zur Gruppenausstellung eingeladen (Neue Realisten, Galerie Parnass, Wuppertal, 1964/65). Bald darauf trennten sich die Wege der vier Künstler, deren Karrieren höchst unterschiedlich verliefen.
In einer für das Von der Heydt-Museum Wuppertal konzipierten filmischen Installation untersucht die Künstlergruppe KONSORTIUM die unkonventionelle Aktion, die als „Vorgartenausstellung“ in die Kunstgeschichte einging. Anhand historischer Fotos und Dokumente zur Galerie Parnass aus den Archiven des ZADIK und der Künstlernachlässe rekonstruiert die Gruppe die legendär gewordene Aktion, spürt der Rezeptionsgeschichte nach und befasst sich dabei gleichzeitig mit Themen, die Kunstschaffende damals und heute umtreiben: Kooperation und Konkurrenz, Karrierestrategien, individuelle Lebensumstände, Interessen und Entscheidungen und die Mechanismen des Kunstbetriebs. KONSORTIUM spannt einen Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, der verdeutlicht, welche Faktoren auf künstlerisches Arbeiten und die Kunstgeschichte einwirken.