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Jubiläumsprojekt

AUSSTELLUNG
Produktive Bildstörung. Sigmar Polke und aktuelle künstlerische Positionen
Kunsthalle Düsseldorf, 13.11.2021 - 6.2.2022
mit Kerstin Brätsch, Phoebe Collings-James, Raphael Hefti, Camille Henrot, Trevor Paglen, Sigmar Polke, Seth Price, Max Schulze, Avery Singer
Kuratiert von Kathrin Barutzki und Nelly Gawellek (beide Anna Polke-Stiftung) mit Gregor Jansen (Kunsthalle Düsseldorf)

FESTIVAL - NUR DIGITAL
Kunstakademie Düsseldorf, 25.11. - 27.11.2021
mit Beiträgen von: Taslima Ahmed, Bice Curiger, Raphael Hefti, Camille Henrot, Alexander Kluge, Doreen Mende, Magnus Schäfer, Studierenden der Klasse Marxt (ehemals Odenbach) u.a.

Die Präsenzveranstaltung muss leider aufgrund der hohen Infektionszahlen entfallen. Die Beiträge werden in Kürze online gestellt.


Ein Jubiläumsprojekt der Anna Polke-Stiftung zum 80. Geburtstag von Sigmar Polke unter der Schirmherrschaft von Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Fake News durch Bildmanipulation (trotz HD-Auflösung), Virtual Reality, ein unendlicher Bilderkosmos aus sich immer weiter verbreitenden JPEGs und GIFs: Längst leben wir mit dem Bewusstsein, dass wir unseren Augen nicht trauen können und dass Bilder, ob manuell oder technisch hergestellt, die Realität weniger abbilden als sie vielmehr mitgestalten – Übertragungsfehler, Qualitätsverluste, Hacks und andere Störungen inbegriffen. Als Sigmar Polke Anfang der 1960er Jahre an der Kunstakademie Düsseldorf studierte, richtete sich sein Interesse schnell auf die massenmedial verbreiteten Bilder seiner Zeit. Das Übertragen und Stören, das Transformieren und Umcodieren dieser Bilder, inklusive der dabei entstehenden oder enttarnten Bild-Fehler, wurde in seinen Rasterbildern zum Motiv und frühen Markenzeichen. 

Angelehnt an die aktuelle Forschung, die Sigmar Polke als universalen Zeitgenossen und postmodernen Künstler-Künstler begreift, der sich an unterschiedlichsten Bild- und Zeit-Kontexten bedient, schärft die Ausstellung erstmals den Blick für ein spezifisches Vorgehen, das Polkes Gesamtwerk charakterisiert. Polkes Technik, sein Umgang mit unterschiedlichen Medien, Kontexten und Materialien, setzt auf das Potential des vermeintlich Fehlerhaften, Verschwommenen und Veränderbaren. Seine Werke spielen mit der Lust an der Täuschung durch Bilder und hinterfragen dabei auf unterschiedliche Weise und in verschiedenen Medien die Wirkmacht von (manipulierten) Bildern. Diese produktive Störung der Bilder stellt auch für eine gegenwärtige Künstler*innengeneration eine zentrale Strategie dar. Die ausgewählten Arbeiten zeitgenössischer internationaler Künstler*innen zeigen neue Techniken und Methoden, die die Bildstörung auch heute als produktiven Ausgangspunkt kreativen Schaffens herausstellen, um kulturelle und politische Fragen zu verhandeln. 

Das internationale FESTIVAL an der Kunstakademie Düsseldorf knüpft an die Themen der Ausstellung an und diskutiert in theoretischen und künstlerischen Beiträgen Entstehungszusammenhänge, Wahrnehmungsbedingungen  und Erscheinungsformen des Phänomens sowie das produktive Potential der Bildstörung – damals und heute.

Ausstellungskatalog und Festivalpublikation erscheinen im Distanz-Verlag.

Gefördert durch: